Familie Ortega, Bolivien - meinbauer.ch
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Karges Leben treibt viele in die Stadt

Die Familie Ortega bewirtschaftet in der hügeligen, dünn besiedelten und meist staubtrockenen Gegend des bolivianischen Altiplano rund 25 Hektaren Land. Das schein viel zu sein, aber der Boden ist ausgelaugt und muss zwischen den Ernten über mehrer Jahre brachliegen. Viele wandern deshalb in die Millionenstadt El Alto, die sich wie ein Ring um die Hauptstadt La Paz legt, aus.

Im Jahr 2014 – dem offiziellen UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe – führen sie auf einer facebookseite stellvertretend für die Bauernfamilien in Bolivien ein öffentliches Tagebuch über ihre Arbeit und ihr Leben. Du kannst daran teilhaben, indem du auf www.facebook.com/familieortega  «Gefällt mir» klickst, oder ohne facebook-Konto vorbeischaust.

 

Steckbrief

Familie Ortega: Don Miguel und Sabina Mamani mit den Töchtern Elsa und Roberta

25 ha Ackerbau: Gersten, Kartoffeln, Quinoa und Schweinebohnen

Tiere:

  • 4 Rinder
  • 4 Lamas
  • 10 Schafe
  • 1 Mastschwein
  • einige Hühner

 

Familie und Betrieb

BO 2013 S.Opladen 4065

Miguel Ortega Paty ist Bauer in einer hügeligen, dünn besiedelten und meist staubtrockenen Gegend des bolivianischen Altiplano. Hier reiht sich Hügel an Hügel unter einem meist wolkenlosen Himmel. Bäume sind rar. Offenes Wasser wie Bäche oder Tümpel gibt es nur während der dreimonatigen Regenzeit. Die Communidad Biloco, wo Don Miguel mit seiner Frau und seinen vier Kindern lebt, liegt etwa vier Wegstunden von der nächstgrösseren Ortschaft entfernt. Hier wohnen – über mehr als 200 km2 verteilt – 87 Familien auf ihren Höfen. Die Höhe von 4200 Metern und die Distanzen verlangen von ihnen viel ab. In der Nacht ist kalt, am Tag brennt die Sonne erbarmungslos.

 

Im Moment wohnen Don Miguel (37), seine Frau Sabina Mamani (36) und die beiden jüngsten Töchter Elsa und Roberta in einem einfachen Lehmhaus. Die beiden älteren Kinder schlafen meist bei der Grossmutter, die näher bei der Schule wohnt und auf ihrem Hof Hilfe braucht. Die Familie bewirtschaftet 25 Hektaren Land, das in der weiteren Umgebung des Hauses liegt. Das tönt nach viel, aber ausser in einigen Talsenken ist der Boden ausgelaugt und muss zwischen den Ernten über mehrere Jahre hinweg brachliegen.
Die Bauern pflanzen hier Gerste, Kartoffeln und Schweinebohnen an. Einige haben auch begonnen, Quinoa zu säen. Don Miguel will das nächstens auch tun. Die Gerste steht sehr dünn und die Ähren sind klein. Einträglicher sind die Kartoffeln. Die Bauern pflanzen immer mehrere Sorten an: Solche, die bei trockenem oder heissem und solche, die bei nassem oder kühlem Wetter gut gedeihen. Das erhöht die Nahrungssicherheit. Auf seinen Parzellen erntet Don Miguel 2700 kg Kartoffeln, 2500 kg davon für den Eigenkonsum der Familie. Die Familie besitzt zudem vier Rinder, vier Lamas und zehn Schafe, ein Mastschwein und einige Hühner. Sie lebt von dem, was sie selber anpflanzen und vom Geld, das Don Miguel durch den Verkauf von Tieren erhält (2012 waren das rund 830 Fr.).
 
Daneben arbeitet Don Miguel auf dem Betrieb seiner Mutter mit, die ebenfalls 17 Lamas besitzt. Der Verkauf von Lamafleisch bringt ihm einen Zusatzverdienst. Dieses erzielt mit 2.50 Fr. pro Kilo einen sehr guten Preis.
Der Klimawandel stellt die Kleinbauern des Altiplano vor grosse Probleme. Der erste Regen kommt später und die Regenzeit dauert weniger lang. n den letzten Jahren haben heftige Gewitter und Hagelstürme zugenommen. Ein Entwicklungsprojekt von Helvetas hilft den Bauern, sich mit neuen Anbaumethoden und anderen Getreide- oder Kartoffelsorten auf die Klimaveränderungen einzustellen. Mit selbst gebrauter Jauche wird die Fruchtbarkeit des Bodens verbessert. Mit einem Absud von Kräutern bekämpfen sie die Schädlinge, die besonders die Kartoffeln heimsuchen. Don Miguel ist in diesem Projekt ein Yapuchiri, ein erfahrener und initiativer Bauer, der seine Erfahrung sowie die Kenntnisse, die er sich in Kursen aneignet hat, an 25 Bauernfamilien weitergibt. Die Familie lebt in einer Welt, aus der viele schon geflohen und in die hässliche Millionenstadt El Alto gezogen sind, die sich in den letzen Jahren wie ein Ring um die Hauptstadt La Paz gelegt hat. Andere haben Bolivien ganz verlassen und sind ausgewandert. Für Don Miguel ist Auswandern keine Option. Er sieht seine Zukunft hier in den trockenen Hügel im Nordwesten des Landes.

 

 

 

Die Landwirtschaft in Bolivien

BO 2013 S.Opladen 4296Bolivien ist 1,1 Mio km2 gross und damit 26 Mal grösser als die Schweiz.
Von den 10,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Boliviens leben knapp 50 Prozent unter der Armutsgrenze.

Je nach Region präsentiert sich die Landwirtschaft recht unterschiedlich:
Im flachen Tiefland im Osten herrscht industrielle Landwirtschaft mit Sojaanbau und Rinderzucht vor. Etwa 60 Prozent der insgesamt 1,17 Mio. Bauern im Land bewirtschaften in den Anden, auf einer Höhe von 3000-4000 m ü. M., ihre kargen Felder. Die Kleinbauernbetriebe umfassen eine bis drei Hektaren, auf denen vor allem Quinoa und Kartoffeln geerntet werden. Die Produktion in den Anden ist sehr empfindlich und stark vom Regenfall abhängig. Weil dieser infolge der Klimaveränderung unvorhersehbarer geworden ist, stagnieren die Erntemengen, obwohl jedes Jahr mehr Fläche genutzt wird. Die prekäre Einkommenssituation der Kleinbauern wird so noch unsicherer.

 

 

Bilder

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Die Familie Ortega wird unterstützt und betreut von:

Helvetas  DEZA-Logo


 

 

Das Projekt «Mein Bauer. Meine Bäuerin.» wird unterstützt von:

raiffeisen           coop

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